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Friday, March 6. 2009
...oder eben nicht. Bisher ging ich immer davon aus, dass wir in einem freien Land lebten. Bianca von der Wortschmiede hat mich allerdings eines Besseren belehrt. In unserem Land gibt es scheinbar keine Freiheit mehr, wie der aktuelle Fall von Holger Kreymeier eindeutig beweist. Er hatte sich in einer satirischen Sendung seines Arbeitgebers, des Norddeutschen Rundfunks, dahingehend geäußert, dass das Programm der öffentlich-rechtlichen Sender stark nachließe, deshalb die GEZ, die Rundfunkgebühren, nicht mehr rechtens seien. Sein Arbeitgeber war nun der Meinung, Kreymeier hätte damit einen Boykott ausgerufen, der besagt, dass niemand mehr GEZ zahlen solle und ihm die fristlose Kündigung in die Hand gedrückt. Es handelte sich wohlgemerkt um eine satirische Sendung des gleichen Fernsehsenders, in dem man scheinbar sämtliche Politiker aufs Korn nehmen darf, nicht aber die TV-Sender im Allgemeinen. Ich habe diese Nachricht gelesen und mich an den Kopf gefasst. Was heißt das im übertragenen Sinne? Wenn ich bei einem Unternehmen für Telekommunikation arbeite und auf das Telefon und die ständige Erreichbarkeit verzichten will, womöglich eine falsche Meinung darüber äußere, dann muss ich mich kündigen lassen? Wenn ich bei einem Autohersteller arbeite, kann mir dessen Autos nicht leisten, weil die Tarifverhandlungen eher zu weniger, als zu mehr Einkommen führen, und sage das öffentlich, bin ich dann meinen Job auch los? Das wiederum bringt mich auf die Bespitzelungsaffären, die derzeit in aller Munde sind. Deutsche Unternehmen überwachen ihre Mitarbeiter, nicht nur im Betrieb, auch in deren Privatleben. Die Überwachung aller Dinge, die die Mitarbeiter in ihrer Freizeit tun, alles, was sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen sie verwendet? Sind wir wirklich schon so arm geworden, dass wir uns das gefallen lassen müssen? Ich frage mich, wo dieser Staat und dieses Denken uns noch hinführen werden. Die Wirtschaftskrise ist da wohl nur der Auftakt zu einem viel tieferen Fall, den wir noch vor uns haben. Diese Angst breitet sich in mir aus, wenn ich Berichte, wie den von Kreymeier lese. Was sagt ihr dazu? Wie wird sich Deutschland entwickeln? Darf man seine Meinung noch äußern oder darf man überhaupt eine eigene Meinung haben? Welche Repressalien haben wir als nächstes zu befürchten?
Tuesday, December 30. 2008
Ich habe gerade wieder einen Artikel über die ach so tolle Handyortung gelesen. Dort wurde beschrieben, wie sinnvoll das Ganze doch sei, um stets zu wissen, wo die eigenen Kinder sind. Auch den Partner oder die Mitarbeiter soll man mit der Handyortung ja problemlos „ausspionieren“ können. Mir stellt sich allerdings die Frage, wie sinnvoll ist das Ganze wirklich? Klar, wenn ich ein Kind habe, dann will ich wissen, wo es ist und ob es ihm gut geht. Deshalb bekommt es ja ein Handy. Damit kann ich das Kind dann jederzeit anrufen und fragen, wo es ist, ob alles in Ordnung ist oder wann es wieder kommt. In meinen Kindertagen gab es eben noch keine Handys, zumindest waren sie nicht so verbreitet, aber ich denke, viele Eltern wüssten schon gerne, dass sie ihre Kinder jederzeit erreichen können.
Die Kinder nun aber vollkommen zu überwachen, halte ich für einen absoluten Vertrauensmissbrauch. Dass man weiß, wo seine Kinder sind, ist wichtig, dass man ihnen Vertrauen schenkt, aber noch viel wichtiger. Denn erst, wenn die Kids merken, dass ihre Eltern ihnen vertrauen, werden sie sich auch an sie wenden. Deshalb finde ich die Handyortung generell nicht sonderlich empfehlenswert.
Noch schwieriger wird es mit der Überwachung des Partners oder gar der Mitarbeiter. Wie soll sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen, wenn man demjenigen keinerlei Vertrauen schenkt, ihn ständig überwacht? Alles stöhnt über den Überwachungsstaat Deutschland, doch im kleinen und im privaten Bereich ist man dafür? Das widerspricht sich doch wohl voll und ganz.
Wie ist eure Meinung dazu? Pro oder Contra Handyortung? Gibt es wirklich noch so wenig Vertrauen unter den Menschen, dass man Partner, Kinder und Mitarbeiter rund um die Uhr unter Kontrolle haben muss?
Sunday, December 28. 2008
Wieder mal ein Aufreger, der zumindest in Thüringen stets vorkommt. Die gelben Säcke – ich trenne ja meinen Müll gerne und nach allen Regeln der „Kunst“. Die Städte sind ja auch so freundlich und stellen die bekannten gelben Säcke kostenfrei zur Verfügung. Doch wie soll ich längere Zeit mit drei gelben Säcken auskommen?
Ich habe mal eine Zeit lang in Meiningen gelebt, da bekam man die gelben Säcke in fast jedem Supermarkt. Das war ja schon mal klasse, etwas seltsam fand ich aber, dass man jedes Mal eine Unterschrift leisten musste, wenn man sich eine Rolle gekauft hat. Okay, aber das kann man noch verschmerzen.
In Eisenach ärgert es mich, dass es die gelben Säcke nur an einer einzigen Stelle gibt, nämlich im Bürgerbüro. Dieses liegt natürlich mitten in der Stadt, kurz vor der Fußgängerzone. Heißt also, stundenlanges Suchen nach einem Parkplatz, den man nicht findet und wenn doch, dann teuer bezahlen muss. Danach noch ewig weit laufen, nur um diese gelben Säcke zu bekommen. Ist das normal? Gab es früher noch zwei Rollen bei einem Besuch, so bekommt man heute maximal eine, heißt also, alle paar Wochen wieder den Weg auf sich nehmen.
Liebe Stadt, wäre es denn nicht möglich, die gelben Säcke an verschiedenen Stellen zu verteilen, dass die Leute, die nicht inmitten der Fußgängerzone leben, nicht ständig mit dem Wagen durch die halbe Stadt fahren müssen? Sicher wäre das auch ein Beitrag zu einer besseren Umwelt!
Wie sieht es bei euch mit den gelben Säcken aus? Ist das auch so schwierig, an die Dinger ran zu kommen oder habt ihr aufgegeben und nutzt schon normale Müllsäcke, weil der Weg und der Zeitaufwand zu groß ist, wenn man ohnehin nichts in der Stadt zu tun hat?
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